Digitaler Zwilling

Ein digitaler Zwilling ist weit mehr als ein digitales Abbild eines Produkts, einer Maschine, eines Gebäudes oder eines Prozesses. Er verbindet Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu einem intelligent nutzbaren Wissensmodell.

Dokumente, technische Daten, Bilder, Zeichnungen, Messwerte, Wartungsinformationen, Prozesse und Erfahrungen können einem realen Objekt oder Sachverhalt zugeordnet und miteinander verknüpft werden.

So entsteht ein digitaler Zwilling, der nicht nur Informationen speichert, sondern Zusammenhänge versteht und Fragen beantworten kann.

Nicht suchen. Einfach fragen.

Wissen bekommt einen Kontext

In Unternehmen entstehen täglich große Mengen an Informationen. Sie befinden sich in Dokumenten, E-Mails, Datenbanken, technischen Zeichnungen, ERP-Systemen, CRM-Systemen, Handbüchern, Bildern oder in den Köpfen der Mitarbeiter.

Das Problem ist häufig nicht, dass Informationen fehlen.

Das Problem ist, dass sie verteilt sind.

Ein digitaler Zwilling führt dieses Wissen zusammen und ordnet es einem konkreten Objekt, Produkt, Kunden, Gebäude, Prozess oder Projekt zu.

Dadurch entsteht Kontext.

Aus einzelnen Informationen wird zusammenhängendes Wissen.

Alles Wissen zu einem Objekt an einem Ort

Ein digitaler Zwilling kann unterschiedlichste Informationsquellen miteinander verbinden.

Dokumente

Bedienungsanleitungen, Datenblätter, Prüfberichte, Wartungsunterlagen, Angebote, Rechnungen oder technische Dokumentationen.

Bilder und Zeichnungen

Fotos, technische Zeichnungen, Pläne, Skizzen oder schematische Darstellungen können analysiert und in den Wissenskontext einbezogen werden.

Unternehmensdaten

Informationen aus ERP, CRM, Dokumentenmanagement, Produktdatenbanken oder weiteren IT-Systemen können mit dem digitalen Zwilling verbunden werden.

Kommunikation

E-Mails, Serviceanfragen, Gesprächsinhalte oder dokumentierte Entscheidungen können zusätzliche Informationen liefern.

Erfahrungswissen

Auch internes Wissen von Mitarbeitern kann strukturiert erfasst und für zukünftige Fragen verfügbar gemacht werden.

Der digitale Zwilling kann befragt werden

Der entscheidende Unterschied zu einer klassischen Datenbank liegt in der Nutzung.

Der Anwender muss nicht wissen, wo eine bestimmte Information gespeichert wurde.

Er muss keine Dokumentenstruktur kennen.

Er muss auch nicht wissen, wie ein Bauteil, eine Maschine oder ein technisches Detail exakt bezeichnet wird.

Er stellt einfach eine Frage.

„Welches Bauteil ist hier verbaut?“

„Welche Wartung ist als Nächstes erforderlich?“

„Welche technischen Werte gelten für dieses Produkt?“

„Was wurde bei der letzten Wartung verändert?“

„Welche Ersatzteile werden benötigt?“

„Welche Dokumentation gehört zu dieser Anlage?“

„Welche Auswirkungen hätte eine Änderung dieser Komponente?“

Der digitale Zwilling kombiniert die vorhandenen Informationen und stellt sie im jeweiligen Zusammenhang bereit.

Sehen, verstehen und Zusammenhänge erkennen

Ein digitaler Zwilling muss nicht ausschließlich auf strukturierten Daten basieren.

Auch Informationen aus Bildern, Zeichnungen und Dokumenten können Bestandteil des Wissensmodells sein.

Eine technische Zeichnung kann beispielsweise nicht nur gespeichert, sondern inhaltlich analysiert werden.

Abmessungen können erkannt.

Bauteile können zugeordnet.

Werte können ausgelesen.

Zusammenhänge können hergestellt.

Weitere Berechnungen können darauf aufgebaut werden.

Damit wird aus einem statischen Dokument eine aktiv nutzbare Wissensquelle.

Ein digitaler Zwilling wächst mit

Ein digitaler Zwilling bildet nicht nur einen bestimmten Zeitpunkt ab.

Er kann sich über den gesamten Lebenszyklus eines Objekts weiterentwickeln.

Neue Dokumente werden ergänzt.

Bauteile werden ausgetauscht.

Wartungen werden dokumentiert.

Messwerte verändern sich.

Neue Bilder entstehen.

Zusätzliche Informationen werden hinterlegt.

Entscheidungen werden getroffen.

Der digitale Zwilling wächst mit jeder neuen Information und bildet so immer genauer den aktuellen Wissensstand ab.

Dadurch bleibt Wissen langfristig erhalten und kann auch Jahre später noch genutzt werden.

Vom Produkt bis zum gesamten Unternehmen

Das Prinzip des digitalen Zwillings lässt sich auf sehr unterschiedliche Bereiche übertragen.

Produkte

Ein Produkt kann mit technischen Daten, Dokumentationen, Ersatzteilen, Wartungshinweisen und Erfahrungswissen verbunden werden.

Maschinen und Anlagen

Maschinen können mit Betriebsdaten, Servicehistorien, technischen Unterlagen und Zustandsinformationen verknüpft werden.

Gebäude

Räume, technische Anlagen, verbaute Produkte, Grundrisse und Wartungsinformationen können zu einem digitalen Gebäudemodell zusammengeführt werden.

Projekte

Dokumente, Entscheidungen, Kommunikation und Projektergebnisse können einen digitalen Zwilling eines Projekts bilden.

Kunden

Informationen aus Vertrieb, Projekten, Service und Kommunikation können zu einem zusammenhängenden Kundenwissen verbunden werden.

Prozesse

Auch komplette Arbeitsabläufe können digital abgebildet und mit Wissen, Regeln und historischen Vorgängen angereichert werden.

Beispiel: Der digitale Zwilling einer Wohnung

Wie vielseitig ein digitaler Zwilling genutzt werden kann, zeigt das Beispiel einer Wohnung.

Zu einer Wohnung existieren zahlreiche Informationen.

Grundrisse.

Technische Unterlagen.

Informationen über Fenster und Türen.

Heizung.

Lüftung.

Sanitärausstattung.

Elektroinstallation.

Verbaute Produkte.

Bedienungsanleitungen.

Wartungsinformationen.

Maße und Flächen.

Diese Informationen können zu einem digitalen Zwilling der Wohnung verbunden werden.

Der Bewohner muss sich nicht mehr durch Ordner, Bedienungsanleitungen und technische Unterlagen arbeiten.

Er kann seine Wohnung einfach fragen.

„Mein Fenster quietscht. Was kann ich tun?“

Der digitale Zwilling weiß, welches Fenster im entsprechenden Raum verbaut wurde.

Er kann Informationen zum Hersteller, zum Beschlag und zur Wartung berücksichtigen und daraus konkrete Hinweise ableiten.

Der Bewohner kann zusätzlich ein Foto aufnehmen und direkt zur Frage hinzufügen.

So kann die Antwort auf das tatsächlich vorhandene Fenster abgestimmt werden.

„Welchen Filter brauche ich für meine Lüftung?“

Der Nutzer muss weder Hersteller noch Modell kennen.

Der digitale Zwilling kennt die verbaute Lüftungsanlage und kann die passende Dokumentation berücksichtigen.

Er kann erklären, welcher Filter benötigt wird, wo er sitzt und wie der Wechsel durchgeführt wird.

„Welche Teppichgröße passt in mein Wohnzimmer?“

Auch alltägliche Fragen können beantwortet werden.

Sind Raummaße, Grundriss und gegebenenfalls Informationen zur Möblierung vorhanden, kann der digitale Zwilling die zur Verfügung stehende Fläche berücksichtigen.

Aus einer allgemeinen Frage wird eine Antwort, die zur konkreten Wohnung passt.

„Der Wasserhahn tropft.“

Auch hier muss der Bewohner nicht wissen, welches Modell verbaut wurde.

Der digitale Zwilling kann vorhandene Produktinformationen berücksichtigen, mögliche Ursachen erklären und Hinweise zur weiteren Vorgehensweise geben.

Wird ein Fachbetrieb benötigt, können die Informationen zum betroffenen Bauteil direkt für den weiteren Serviceprozess verwendet werden.

Vom Wissen zur Aktion

Ein digitaler Zwilling muss nicht bei der Beantwortung einer Frage enden.

Aus dem vorhandenen Wissen können weitere Prozesse entstehen.

Eine Wartung kann vorbereitet werden.

Ein Ersatzteil kann identifiziert werden.

Eine Materialliste kann erzeugt werden.

Eine technische Berechnung kann gestartet werden.

Ein Servicefall kann erstellt werden.

Informationen können an andere IT-Systeme übergeben werden.

Dokumente können generiert werden.

Mitarbeiter können Ergebnisse prüfen und freigeben.

Der digitale Zwilling wird damit von einer Wissensquelle zu einem aktiven Bestandteil digitaler Prozesse.

Ein digitales Gedächtnis für reale Dinge

Der digitale Zwilling verbindet die reale und die digitale Welt.

Er schafft einen zentralen Zusammenhang zwischen Objekten, Informationen, Dokumenten, Bildern, Daten und Prozessen.

Wissen bleibt nicht länger in einzelnen Dateien und Systemen verborgen.

Es wird verständlich.

Es wird auffindbar.

Es wird nutzbar.

Und vor allem kann es immer wieder für neue Aufgaben eingesetzt werden.

Aus Daten wird Wissen.
Aus Wissen entsteht Kontext.
Aus Kontext entstehen intelligente Prozesse.

Vimmera Studio macht dieses Wissen für KI nutzbar.