Technische Planungen

Die Einführung eines KI-gestützten Planungsassistenten für Wohnungslüftungsgeräte ermöglicht es, technische Berechnungen und Planungsprozesse im Wohnbau deutlich effizienter, strukturierter und nachvollziehbarer durchzuführen. Ziel ist es, den gesamten Planungsablauf von der ersten Grundrisserkennung über die Ermittlung notwendiger Luftvolumenströme bis hin zur Auswahl geeigneter Lüftungsgeräte digital zu unterstützen.

Ein zentraler Bestandteil des Systems ist die automatische Analyse von Grundrissen. Diese können beispielsweise als PDF, Bilddatei, Scan oder Foto bereitgestellt werden. Die KI erkennt Räume, Raumgrenzen, Wandverläufe, Türen, Fenster, Schächte sowie weitere relevante bauliche Strukturen. Vorhandene Maßangaben werden ausgelesen und für die weitere Berechnung verwendet. Sind Maße im Grundriss nicht vollständig angegeben, kann das System erkennbare Referenzgrößen nutzen, um fehlende Abmessungen zu berechnen oder fachlich plausibel zu schätzen.

Als Referenzgrößen können unter anderem Maßketten, bekannte Türbreiten, Fensterabmessungen, Bauteilgrößen oder andere geometrische Bezugspunkte innerhalb der Zeichnung oder des Bildes herangezogen werden. Auf dieser Grundlage ermittelt der Planungsassistent Raumflächen, Raumhöhen, Raumvolumina und relevante geometrische Zusammenhänge. Dabei wird transparent dokumentiert, welche Werte direkt übernommen, rechnerisch abgeleitet oder geschätzt wurden.

Darüber hinaus wertet das System bauliche Eigenschaften des Gebäudes aus. Es erkennt Außenwände, Innenwände, Wandaufbauten, angrenzende Bereiche und mögliche Luftführungs- beziehungsweise Überströmwege. Besonders wichtig ist die automatische Bestimmung innenliegender und fensterloser Räume, da diese bei der Planung von Wohnungslüftungssystemen besondere Anforderungen an die Luftführung und den erforderlichen Luftvolumenstrom stellen. Räume wie Bäder, WCs, Küchen, Hauswirtschaftsräume, Abstellräume oder Flure können entsprechend klassifiziert und in die Berechnung einbezogen werden.

Auf Basis der erkannten Gebäude- und Raumdaten wählt der Planungsassistent die passende Rechenmethode für die Lüftungsauslegung aus. Diese kann sich je nach Projekt an geltenden Normen, technischen Richtlinien, anerkannten Berechnungsverfahren oder kundenspezifischen Vorgaben orientieren. Dadurch kann das System unterschiedliche Anforderungen und Planungslogiken berücksichtigen und auf den jeweiligen Anwendungsfall anwenden.

Im nächsten Schritt wird der notwendige Luftvolumenstrom für einzelne Räume, Raumgruppen oder die gesamte Nutzungseinheit berechnet. Dabei können verschiedene Lüftungsstufen berücksichtigt werden, beispielsweise reduzierte Lüftung, Nennlüftung oder Intensivlüftung. Je nach hinterlegter Methodik fließen Faktoren wie Wohnfläche, Raumvolumen, Raumnutzung, Feuchtebelastung, Gebäudedichtheit, Anzahl und Art der Ablufträume sowie weitere technische Vorgaben in die Berechnung ein.

Aus den berechneten Luftvolumenströmen leitet das System geeignete Wohnungslüftungsgeräte ab. Hierfür können technische Produktdaten, Leistungsbereiche, Schalldaten, Einbaubedingungen, Luftvolumenstrombereiche, Energiekennwerte, Filterklassen, Zubehörteile und weitere relevante Parameter berücksichtigt werden. Der Planungsassistent kann prüfen, welche Geräte für die jeweilige Einbausituation geeignet sind, welche Anzahl benötigt wird und wie diese sinnvoll im Grundriss positioniert werden können.

Ein besonderer Vorteil liegt in der Möglichkeit, verschiedene Planungsvarianten systematisch zu vergleichen. Unterschiedliche Gerätekombinationen, Positionierungen, Luftvolumenströme oder Planungsannahmen können gegenübergestellt und hinsichtlich technischer Anforderungen, Komfort, Schallschutz, Energieeffizienz und Materialbedarf bewertet werden. Dadurch entstehen belastbare Entscheidungsgrundlagen für Planung, Vertrieb, Projektmanagement und technische Abstimmung.

Neben der Berechnung unterstützt der Planungsassistent auch die strukturierte Dokumentation der Ergebnisse. Er kann Berechnungsprotokolle, Raumlisten, Gerätevorschläge, Materiallisten, technische Hinweise und Erläuterungen zur gewählten Auslegung erzeugen. Eingabewerte, Annahmen, Rechenwege und Ergebnisse bleiben nachvollziehbar und überprüfbar. Dies erleichtert sowohl die interne Qualitätssicherung als auch die Kommunikation mit Kunden, Fachplanern, Handwerkspartnern oder weiteren Projektbeteiligten.

Durch den Einsatz eines solchen KI-gestützten Planungsassistenten werden wiederkehrende manuelle Arbeitsschritte reduziert, Fehlerquellen bei der Datenübernahme verringert und Planungsstände schneller auswertbar. Unstrukturierte oder teilweise unvollständige Informationen aus Grundrissen, Bildern, Skizzen oder technischen Beschreibungen werden in strukturierte Planungsdaten überführt. Daraus entstehen belastbare Berechnungen, transparente Ergebnisse und eine einheitliche Grundlage für weitere technische und kaufmännische Prozesse.

Dies ist nur ein Beispiel für technische Planungen die mit KI-Unterstützung durchgeführt werden können. Sprache, Text, Bilder, Zeichnungen und Fotos (und noch viele weitere Datenquellen) können einbezogen werden um Planungen, die von Menschen bisher manuell oder teilweise EDV-gestützt durchgeführt werden, mit KI zu assistieren oder sogar komplett zu automatisieren.

Mehrere Assistenten und Agenten arbeiten hier sozusagen Hand- in Hand und werden von Vimmera als sogenanntes „Tool“ angelegt. Voll integriert in Vimmera Studio mit Schnittstellen zu anderen Systemen ist ein KI-Planungstool mit einem Menschen vergleichbar, welcher bisher diese Aufgaben erledigt hat. Nur dass der Mensch nun mehr Zeit für die eigentlich wichtige Aufgabe hinter einer Planung hat: Die Beratung und Unterstützung von Kunden. Das „Handwerk“ übernimmt dann die KI.