Insight #6

Der richtige Einstieg in KI: klein starten, Wirkung zeigen, Schritt für Schritt weitergehen

Wenn Unternehmen über den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sprechen, entsteht schnell das Bild einer großen Transformation: Prozesse müssen neu gedacht, Systeme miteinander verbunden und möglichst viele Bereiche in die neue Arbeitsweise einbezogen werden.

Und dieser erste Gedanke ist vollkommen richtig.

Wer KI langfristig erfolgreich im Unternehmen einsetzen möchte, wird Prozesse verändern, Systeme verbinden, Wissen strukturieren und neue Arbeitsweisen etablieren müssen. Die notwendigen Schritte müssen also erfolgen.

Aber nicht alle auf einmal.

Ein erfolgreicher Einstieg in KI muss nicht sofort bei 100 Prozent beginnen. Im Gegenteil: Kleine, gut gewählte Schritte sind häufig der bessere Weg, um die notwendige Transformation kontrolliert, nachvollziehbar und mit sichtbaren Erfolgen umzusetzen.

Das Ziel darf groß sein. Der Weg dorthin sollte Schritt für Schritt erfolgen.

Entscheidend ist deshalb nicht, wie groß das erste KI-Projekt ist. Entscheidend ist, dass es funktioniert, schnell einen erkennbaren Nutzen schafft und von den beteiligten Menschen akzeptiert wird.

Der erste Schritt muss zum Unternehmen passen

Es gibt nicht den einen perfekten Einstieg in KI, der für jedes Unternehmen gleichermaßen funktioniert.

Welche Anwendung sich als erster Schritt eignet, hängt unter anderem von der Unternehmensgröße, der Organisation, den bestehenden Prozessen, der vorhandenen IT-Landschaft, den Mitarbeitern und dem bereits verfügbaren Wissen ab.

Trotzdem sollte der Einstieg einige grundlegende Voraussetzungen erfüllen:

Er sollte überschaubar sein, schnell umgesetzt werden können und eine positive Wirkung für möglichst viele Beteiligte erzeugen.

Denn gerade die ersten Erfahrungen mit KI prägen die weitere Entwicklung im Unternehmen.

Wenn Mitarbeiter erleben, dass KI ihnen Arbeit abnimmt, Informationen schneller verfügbar macht oder wiederkehrende Aufgaben vereinfacht, entsteht Akzeptanz. Gleichzeitig können erste Produktivitätsgewinne sichtbar gemacht und konkrete Erfahrungen gesammelt werden.

Mitarbeiter von Anfang an mitnehmen

Die Einführung von KI ist nicht ausschließlich eine technische Aufgabe.

Sie ist immer auch ein Veränderungsprozess.

Mitarbeiter müssen verstehen, warum KI eingeführt wird, wie sie eingesetzt werden soll und welchen konkreten Nutzen sie im Arbeitsalltag bietet. Unsicherheiten und Ängste sollten ernst genommen und durch Transparenz, Schulungen und konkrete Erfahrungen reduziert werden.

Gerade deshalb ist ein schrittweises Vorgehen wichtig.

Ein kleiner, verständlicher Anwendungsfall ermöglicht es Mitarbeitern, eigene Erfahrungen mit KI zu sammeln. Aus einer abstrakten Technologie wird ein konkretes Werkzeug, das im Arbeitsalltag unterstützt.

Dabei sollte die Wirkung der ersten Anwendungen sichtbar gemacht werden.

  • Wie viel Zeit wurde eingespart?
  • Welche Aufgaben sind einfacher geworden?
  • Wie schnell können Informationen gefunden werden?
  • Welche Fehler lassen sich vermeiden?
  • Wo verbessert sich die Qualität der Arbeit?

Solche Ergebnisse machen den Nutzen von KI greifbar.

Und genau daraus entsteht die Grundlage für die nächsten Schritte.

Die notwendigen Schritte kommen – nur nach und nach

Schrittweise vorzugehen bedeutet nicht, notwendige Veränderungen aufzuschieben oder das große Ziel aus den Augen zu verlieren.

Im Gegenteil.

Die einzelnen Schritte bauen aufeinander auf und führen nach und nach zu der umfassenden Veränderung, die für einen erfolgreichen KI-Einsatz notwendig ist.

Zunächst wird vielleicht ein einzelner Teilprozess unterstützt. Danach folgt der nächste Prozess. Bestehende Lösungen werden erweitert, zusätzliche Datenquellen angebunden und weitere Mitarbeiter einbezogen.

Mit zunehmender Erfahrung kann sich auch die Geschwindigkeit deutlich erhöhen.

Es muss deshalb nicht dauerhaft bei einem Prozess nach dem anderen bleiben. Sobald Erfahrungen, technische Grundlagen und Akzeptanz vorhanden sind, können auch mehrere Prozesse gleichzeitig betrachtet und weiterentwickelt werden.

Je weiter ein Unternehmen auf diesem Weg ist, desto schneller lässt sich KI in zusätzliche Unternehmensbereiche übertragen.

Das Ziel bleibt damit die umfassende Nutzung von KI im Unternehmen.

Der Unterschied liegt im Weg:

Nicht alles gleichzeitig verändern, sondern die notwendigen Veränderungen in einer sinnvollen Reihenfolge umsetzen.

Was eignet sich als erster KI-Anwendungsfall?

Der beste Einstieg kann von Unternehmen zu Unternehmen vollkommen unterschiedlich aussehen.

Oft sind es jedoch vergleichsweise kleine Anwendungen, die schnell einen spürbaren Effekt erzeugen.

Zum Beispiel:

  • Meeting-Assistenten, die Gespräche dokumentieren und Aufgaben zusammenfassen
  • KI-gestützte Gesprächsabgleiche und Auswertungen
  • Unternehmens-GPTs für interne Informationen und Fragestellungen
  • automatisierte oder KI-unterstützte Rechnungsprüfungen
  • Schulungen zur sicheren und produktiven Nutzung von KI
  • interne Chatbots zur Wissensvermittlung
  • Assistenten zur Unterstützung wiederkehrender administrativer Prozesse

Der entscheidende Punkt ist dabei nicht die Technologie selbst.

Ein guter erster Anwendungsfall sollte möglichst dazu beitragen, Wissen aufzunehmen, nutzbar zu machen und die Wissensbasis des Unternehmens kontinuierlich zu verbessern.

Denn genau hier entsteht langfristig ein besonders großer Hebel.

Aus einzelnen Anwendungen entsteht eine Wissensbasis

Mit jedem sinnvoll eingebundenen Prozess kann zusätzliches Unternehmenswissen strukturiert werden.

Erfahrungen aus Meetings können erhalten bleiben. Informationen aus Gesprächen können ausgewertet werden. Dokumente können leichter gefunden und miteinander in Beziehung gesetzt werden. Fragen von Mitarbeitern können zeigen, welches Wissen fehlt oder besser dokumentiert werden sollte.

So entsteht Schritt für Schritt eine immer wertvollere Wissensbasis.

Und diese Wissensbasis wiederum verbessert zukünftige KI-Anwendungen.

Aus einem einzelnen Assistenten kann dadurch langfristig eine intelligente Unternehmensstruktur entstehen, in der Wissen nicht nur gespeichert, sondern aktiv genutzt wird.

Erst Nutzen schaffen, dann skalieren

Unternehmen müssen nicht mit der größten KI-Lösung beginnen.

Sie sollten mit dem richtigen ersten Schritt beginnen.

Das langfristige Ziel darf dabei durchaus umfassend sein. Prozesse werden sich verändern müssen. Systeme werden stärker zusammenspielen. Wissen muss strukturiert und verfügbar gemacht werden. Mitarbeiter müssen neue Arbeitsweisen entwickeln.

All diese Schritte sind richtig und notwendig – sie müssen nur nicht gleichzeitig erfolgen.

Ein überschaubarer Anwendungsfall, ein sichtbarer Nutzen und Mitarbeiter, die positive Erfahrungen sammeln, sind häufig die bessere Grundlage für die weitere Entwicklung.

Danach geht es konsequent weiter:

Erster Anwendungsfall. Erste Erfahrungen. Mehr Wissen. Nächster Prozess. Mehr Geschwindigkeit.

Mit jedem Schritt steigen Kompetenz, Akzeptanz und die Fähigkeit, weitere Bereiche schneller in die KI-Struktur des Unternehmens zu überführen.

Der Einstieg in KI ist deshalb weniger ein einzelnes großes Projekt als der Beginn einer kontinuierlichen Entwicklung.

Das Ziel kann von Anfang an 100 Prozent sein. Der Weg dorthin erfolgt nach und nach.