11. Zusätzliche Datenquellen und Schnittstellen

Neben der Wissensbasis aus Dokumenten und verifiziertem Unternehmenswissen kann es – je nach Anwendung – sinnvoll oder notwendig sein, weitere Datenquellen anzubinden. Dazu gehört die zusätzliche Implementierung von Datenbanken, Business-Systemen und anderen Datenschnittstellen, zum Beispiel über moderne Integrationsstandards wie MCP.

Der Hintergrund ist einfach: Nicht alles, was eine KI beantworten oder erledigen soll, steht in Dokumenten. Viele wichtige Informationen sind „lebendig“ und ändern sich ständig – etwa Preise, Lagerstände, Kundenstatus, Vorgangsdaten, Tickets, Liefertermine, Stammdaten oder Projektinformationen. Damit die KI hier zuverlässig arbeiten kann, braucht sie einen kontrollierten Zugriff auf diese Systeme.

Was passiert in diesem Schritt?

In diesem Schritt wird gemeinsam festgelegt, welche externen Systeme angebunden werden sollen und wofür. Das können klassische Datenbanken sein (z. B. SQL-Datenbanken), interne APIs, ERP/CRM-Systeme, DMS, Ticket- oder Helpdesk-Systeme, Produktdatenbanken, Wissenssysteme oder auch spezialisierte Plattformen.

Anschließend werden geeignete Schnittstellen implementiert und abgesichert. Je nach Systemlandschaft kann das über direkte Datenbankzugriffe, REST-APIs, Middleware, Events – oder über standardisierte Connector-Ansätze wie MCP erfolgen. Ziel ist immer, dass die KI Daten nicht „irgendwie“ abruft, sondern über klar definierte, geprüfte und kontrollierbare Wege.

Wichtig ist dabei: Die KI bekommt nicht pauschal Zugriff auf „alles“. Es wird genau festgelegt, welche Datenfelder, Tabellen, Endpunkte oder Funktionen genutzt werden dürfen, für welche Rollen das gilt und unter welchen Bedingungen Abfragen erlaubt sind. Zusätzlich kann definiert werden, ob die KI Daten nur lesen darf oder ob sie auch Aktionen auslösen kann – zum Beispiel das Erstellen eines Tickets, das Vorbefüllen eines Angebots oder das Anstoßen eines Workflows. Wenn Schreibzugriffe erlaubt sind, werden in der Regel zusätzliche Kontrollmechanismen und Freigaben eingebaut.

Warum dieser Schritt so wichtig ist

Ohne angebundene Live-Daten bleibt KI in vielen Fällen auf statische Informationen beschränkt. Das ist für Erklärungen, Prozesse, Richtlinien oder Produktwissen oft völlig ausreichend – nicht aber für Aufgaben, die aktuelle Zustände benötigen oder Systeme aktiv nutzen müssen.

Die Anbindung zusätzlicher Datenbanken und Schnittstellen sorgt dafür, dass die KI nicht rät oder mit veralteten Informationen arbeitet. Stattdessen kann sie aktuelle, belastbare Daten abrufen und mit dem verifizierten Unternehmenswissen kombinieren. Dadurch werden Antworten präziser, Prozesse schneller und Aufgaben automatisierbarer.

Gleichzeitig ist dieser Schritt entscheidend für eine saubere Governance: Statt „irgendwie Zugriff“ gibt es definierte Datenwege, nachvollziehbare Berechtigungen, klare Grenzen und kontrollierbare Ergebnisse.

Was Sie davon haben

Durch die Integration weiterer Datenquellen wird Ihre KI deutlich leistungsfähiger im Alltag. Sie kann nicht nur erklären, sondern auch konkret unterstützen, weil sie mit aktuellen Daten arbeiten kann.

Beispiele sind etwa die automatisierte Beantwortung von Statusfragen („Wo steht Vorgang X?“), das Vorbereiten von Angeboten mit Live-Preisen und passenden Konditionen, das Abrufen von Produkt- oder Ersatzteilinformationen aus Stammdaten, die Erstellung oder Aktualisierung von Tickets, oder die kontextgenaue Unterstützung im Kundenservice mit Blick auf den konkreten Kundenfall.

Kurz gesagt:

Mit zusätzlichen Datenbanken und Datenschnittstellen wird aus einer wissensbasierten KI ein System, das auch mit dynamischen Unternehmensdaten sicher und kontrolliert arbeiten kann – genau dort, wo es im Alltag den größten Nutzen bringt.